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Coronavirus – TANG klärt auf! Die Situation in Benin

Dank Maskenpflicht und harter Maßnahmen ist das kleine westafrikanische Land Benin relativ glimpflich durch die Corona-Krise gekommen. „Drei Menschen starben an Covid-19, 210 Menschen wurden infiziert, 134 sind bereits genesen, 73 sind noch in Behandlung“, berichtete der Journalist Véril Siegfried Dagbémabo bei der Online-Veranstaltung „Coronavirus – TANG klärt auf! Die Situation in Afrika“. Als am 16. März der erste Covid-19-Infizierte diagnostiziert wurde – der Mann kam aus Burkina Faso und war zuvor in Belgien gewesen – reagierte die Regierung schnell.  

Véril Siegfried Dagbémabo

Die Städte an der Küste wurden abgesperrt, die Menschen durften sich nur noch innerhalb der Kommunen bewegen. Vom 30. März bis 6. Mai wurden die Schulen wurden geschlossen, Bars und Diskotheken müssen bis zum 2. Juli ihren Betrieb einstellen. Auf Märkten, in Geschäften und Restaurants gilt ein 1-Meter-Abstandsgebot, der Flughafen wird nicht mehr angeflogen. Taxifahrer dürfen nur noch drei Kunden mitnehmen, die sonst überladenden Motorradtaxis müssen sich mit einem Gast zufriedengeben. Die in Benin üblichen großen Trauerfeiern und Familienfeste wurden untersagt: Erst durften sich maximal zehn Menschen versammeln, mittlerweile sind Gruppen von 50 Personen erlaubt.

Benin habe die Kapazität, jeden Tag 16.000 Menschen auf Covid-19 zu testen, berichtete Dagbémabo. 14.000 Menschen seien bislang mit dem PCR-Test getestet worden, weitere 14.000 Menschen mit einem Test, der nicht von der WHO anerkannt sei. Im Norden und Süden des Landes gebe es ein großes Testzentrum, zudem habe jede Kommune eine Minizentrum für Tests erhalten. Menschen, die im Gesundheitssektor, im Sicherheitsbereich oder in den Gefängnissen arbeiten, werden von der Regierung regelmäßig getestet.

Alle Menschen, die nach Benin einreisen, müssen sich testen lassen – und die Kosten in Höhe von umgerechnet 153 Euro dafür selbst tragen.

Die Bevölkerung müsse lernen, mit dem Virus zu leben, begründete die Regierung ihre Linie zur Eindämmung der Pandemie. Ein kompletter Lockdown sei nicht im Interesse des Landes. Die Menschen, die zu einem Großteil von prekären Beschäftigungsverhältnissen abhängig sind, sollten nicht von ihrer Existenzgrundlage abgeschnitten werden.

Pricile Imelda Kpogbeme

Während die Bürger in den Städten sensibilisiert seien, sei den Menschen in den Dörfern nicht bewusst, wie gefährlich das Corona-Virus sein könne. Die Schutzmaßnahmen würden dort nicht umgesetzt: Es gebe weder Masken noch Desinfektionsmittel. Der Mindestabstand würde nicht beachtet, man lebe in einer engen Gemeinschaft, alles würde geteilt. Die Journalistin Pricile Imelda Kpogbeme sorgt sich vor allem um die Frauen aus den Dörfern, die weder über Seife, Wasser, Desinfektionsmittel oder Masken verfügten und auch keine Informationen erhielten. Benin brauche Hilfe aus der Diaspora und die Unterstützung von TANG. „TANG darf Benin nicht vergessen!“

Auch der richtige Umgang mit den Masken müsse den Menschen vermittelt werden: Die Menschen tragen die Masken tage- oder wochenlang, ohne sie zu waschen. Pricile Imelda Kpogbeme: „Benin geht es momentan sehr gut, aber das könnte sich ändern. Wir müssen uns auf eine zweite Welle vorbereiten.“

 

 

 

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